Tautropfen
Sie ruhen auf Gräsern, still und sacht,
die Tränen einer jungen Nacht.
Und nur der Sonnenschein alleine
verwandelt sie in Edelsteine.
Es ist, als wärs ein letzter Kuss,
mit dem der Glanz vergehen muss.
Die Sonne steigt, der Tag beginnt.
Der Tau, er schmilzt, der Schein zerrinnt.
So lehrt er uns in sanfter Art,
dass Schönheit nie von Dauer wart.
Sie lebt im Jetzt, im Augenblick,
und kehrt vielleicht nie mehr zurück.