Die 4 Ohren
Ein Satz verlässt den Mund ganz
sacht,
doch landet anders als gedacht.
Denn jedes Ohr hört, was es will –
mal laut, mal leise oder schrill.
Das Sachohr prüft nur: "Was steckt
drin?"
Es sucht nach Ordnung, Werten, Sinn.
Das Beziehungsohr: "Bin ich gemeint?"
und wenn`s nicht passt, dann wird verneint.
Das Appellohr ruft: "Was soll ich
tun?"
Es lässt uns selten Zeit zum Ruh'n.
Und auch ein Selbstoffenbarungsohr,
kommt in der Kommunikation noch vor.
Es hört des Sprechers Gefühl und Lust,
die er sendet – oftmals unbewusst.
So landet dann dasselbe Wort
an einem völlig andren Ort,
als es der Sender adressiert,
und ungewollt auch noch brüskiert.
Manchmal trifft ein Satz zu hart,
weil jedes Ohr sein Eigen hat.
Doch wenn wir fragen, statt zu streiten,
kann Sprache uns durchs Chaos leiten.
Drum, wenn ein Wort Euch einmal stört,
dann frag erst, welches Ohr grad hört.
